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Was ist Butterschmalz oder Ghee

Selbst hergestelltes Butterschmalz
Butterschmalz ist ein Butterreinfett. Es entsteht, wenn der Butter durch langsames Erhitzen das Wasser entzogen wird. Bei Temperaturen von 100° C verdampft das in der Butter enthaltene Wasser, die Molke und das Milcheiweiß flocken aus und setzen sich ab. Sie werden dann durch Abschöpfen und später durch Filtern entfernt. Übrig bleibt das reine Butterfett ohne Wasser und Eiweiß. Deshalb ist Butterschmalz hoch erhitzbar und sogar zum Frittieren geeignet. Sein feiner Buttergeschmack bleibt aber erhalten, weshalb man es universell zum Kochen, Braten und für feine Soßen verwenden kann. Auch zum Backen ist es geeignet, wobei man beachten sollte, dass Butterschmalz etwa 20 % ergiebiger ist als sonstige Backfette, man benötigt also weniger davon.

100 g Butterschmalz enthalten 99,5 g Butterfett, zusammengesetzt aus
  • 29 % einfach gesättigte Fettsäuren
  • 4,6 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Butterschmalz enthält auch die fettlöslichen Vitamine A, D, E und Karotin

Ghee ist eine weitere Form von Butterschmalz. Bei der Herstellung von Ghee wird die Butter länger und bei höheren Temperaturen erhitzt (max. 110-120° C). Dabei entstehen Aromastoffe, die dem Ghee einen ganz speziellen, aromatischen Geschmack verleihen. In der indischen ayurvedischen Heilkunde werden dem Ghee viele verschiedene gesundheitsfördernde und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben. So soll z.B. erwärmtes Ghee als natürliches Heilmittel gegen trockene Augen helfen. Ayurvedisches Augenbad gegen trockene Augen

Butterschmalz kann man übrigens auch im eigenen Haushalt leicht selbst herstellen. Das dauert nicht lange, ist preiswerter als das gekaufte und es schmeckt zudem auch noch besser. :-)

Hier meine Anleitung: Butterschmalz selber machen

Noch warmes und daher flüssiges Butterschmalz

Abgekühlt ist das Butterschmalz fest und goldgelb

Linsen - vielseitig und wertvoll

Braune Tellerlinsen und rote Linsen

Die Linse (Lens culinaris) ist eine einjährige Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae). Die zierlichen, verzweigt und buschig wachsenden Pflanzen werden etwa 25 bis 50 cm hoch und enden in einer kurzen Ranke. Die kleinen weißen, bläulichen oder rötlichen Schmetterlingsblüten stehen in Trauben mit nur geringer Blütenzahl. In den Hülsen wachsen nur 1-3 runde, flach gewölbte Samen mit einem Durchmesser von 3-7 mm.

Die Linse stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum oder Kleinasien. Sie gehört zu den ältesten Nutzpflanzen des Menschen. Archäologische Funde lassen vermuten, dass sie schon in der Frühsteinzeit vor etwa 10.000 Jahren angebaut wurde. Die Linsen für den europäischen Markt werden heute überwiegend in Spanien, Russland, Chile, Argentinien, USA, Kanada, Türkei und Vorderasien angebaut.

Bis zur Mitte der 1950er Jahre wurden Linsen z.B. noch auf der Schwäbischen Alb angebaut. Danach wurde der Anbau dieser wertvollen Nahrungspflanze in Deutschland aufgegeben. Der Grund dafür waren die niedrigen Erträge und der große Arbeitsaufwand bei der Ernte und Reinigung. Seit 1985 wird die anspruchslose Hülsenfrucht in kleinen Mengen wieder auf der Schwäbischen Alb kultiviert. Durch die Öko-Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa wurden im Jahr 2010 auf über 100 ha die beachtliche Menge von 45 t Bio-Linsen (Puy-Linsen) angebaut.

Le Puy-Linsen
Linsen werden nach ihrer Farbe und Größe unterschieden - es gibt gelbe, rote, grüne, schwarze oder braune Linsen. Am bekanntesten ist wohl die grünlich-ockerfarbene bis braune Tellerlinse, man kennt sie auch als Konserve. Sie ist mit 6-7 mm auch die größte Linse. Die kleine Rote Linse ist dagegen eine Linsenart, die nur geschält in den Handel kommt, ihre ursprüngliche Schale ist lilafarben mit leuchtend orange-rotem Kern. Sie wird vor allem in der Türkei und in Indien angebaut. Da sie keine Samenschale mehr hat, kocht sie sehr schnell weich. Beim Kochen verändert sich die orange-rote Farbe in einen gelben Farbton. Im Handel verbreitet sind auch die kleinen, rundlichen, blaugrün-gefleckten Puy-Linsen - ursprünglich aus den vulkanischen Böden um Le Puy, Frankreich beheimatet - und die Berglinsen mit braun-grüner Farbe und würzigem, nussigem Geschmack. Generell kann man sagen: Je kleiner die Linse, umso intensiver ist der Geschmack und das Aroma, die Geschmacksstoffe sitzen nämlich vor allem in der Schale.

Linsen sind leichter verdaulich und haben einen höheren Eiweißgehalt (ca. 25-30 % i.Tr.) als andere Hülsenfrüchte. Man muss sie nicht einweichen und da sie klein sind, brauchen sie auch weniger Kochzeit. 100 g Linsen liefern dem Körper mehr schnell verwertbares Eiweiß als die gleiche Menge an Fleisch, vor allem in Verbindung mit Getreideprodukten. Ein bekanntes schwäbisches Gericht mit dieser Kombination sind z.B. "Linsen mit Spätzle".

Schwäbische Linsen mit Spätzle

Linsen sollten vor der Verwendung gewaschen und verlesen werden, darunter versteht man das Aussortieren von eventl. vorhandenen kleinen Steinchen oder beschädigten Linsen. Bei kleinen  Linsensorten ist Einweichen nicht unbedingt nötig, bei den größeren Tellerlinsen genügt eine kurze Einweichzeit von ca. zwei Stunden, das verkürzt die Kochzeit und verringert den Energieverbrauch. Geschälte Linsen braucht man nicht einzuweichen. Eingeweichte Linsen werden immer in frischem Kochwasser aufgesetzt, das Quellwasser wird nicht verwendet. Es enthält unverträgliche und blähende Substanzen, dies gilt auch für andere Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen.

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man Linsen und andere Hülsenfrüchte ohne Salz kochen soll, angeblich werden sie sonst nicht weich. Ich koche sie aber immer mit etwas Salz oder mit Brühwürfel, späteres Salzen bringt einfach nicht mehr genug Geschmack an das Gericht. Lediglich Säure (Zitronensaft oder Essig) gibt man erst nach dem Kochen dazu, sonst gerinnt das Eiweiß und die Hülsenfrüchte bleiben hart. Aus dem gleichen Grund dürfen sie auch nicht sprudelnd kochen, sie werden immer bei milder Hitze langsam weich gekocht.

Linsensprossen von Tellerlinsen
Ungeschälte Linsen lassen sich auch keimen und zu Sprossen ziehen. Der Keimvorgang vervielfacht den Vitamin-B-Gehalt der Linsen (und anderer Hülsenfrüchte) und verbessert die Aufschließung von Nährstoffen, gekeimte Linsen enthalten auch Vitamin C.

Was ist Couscous?

Couscous (Kuskus), ungegart
Couscous (Kuskus) ist das Nationalgericht des Maghreb, also der nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Tunesien. Die ursprünglich berberische und später von den Arabern übernommene Spezialität ist eine köstliche und sättigende Beilage zu Fleisch- und Gemüsegerichten.

Couscous wird aus Hartweizen (Durumweizen) hergestellt. Dazu wird Hartweizengrieß mit Wasser befeuchtet (vorgequollen), so dass sich feuchte Klumpen im Grieß bilden. Diese werden zu kleinen Kügelchen zerrieben und anschließend getrocknet. Bei der Zubereitung wird Couscous nicht gekocht, sondern über kochendem Wasser in einem speziellen Topf mit Dämpfeinsatz (ersatzweise über einem Sieb) gedämpft, so bleibt er körnig. In Wasser gekocht, würde er verkleben und matschig werden. Es gibt Couscous auch aus Hirse oder Gerste. Der Kaloriengehalt entspricht Pasta, die ja auch aus Hartweizen gemacht wird. (Siehe auch unter Bulgur.)

Im Handel gibt es auch den sogenannten Instant-Couscous. Er wird bei der Herstellung bereits vorgegart und dann erneut getrocknet. Diesen vorgekochten Couscous übergießt man nur noch mit kochendem (Salz)wasser, lässt ihn einige Minuten ausquellen und serviert ihn mit den gewünschten Zutaten. Couscous kann zu herzhaften Gerichten, Salaten, Füllungen oder auch zu Süßspeisen verwendet werden..

Was ist Bulgur?

Grober Bulgur (ungekocht)
Bulgur, auch Bulghur oder arabisch Burghul, ist die Bezeichnung für eine Art Weizengrütze aus Hartweizen (Durumweizen). Bulgur entsteht, indem der Weizen unter Dampf vorgegart und anschließend wieder getrocknet wird, ähnlich dem Parboiled-Reis. Nach der Trocknung wird er feiner oder grober geschrotet. Im Handel ist Bulgur dann in den Sorten grob, mittel oder fein erhältlich. Der Geschmack des Bulgurs ist mild und nussig. Ähnlich dem Kuskus (Couscous) in Nordafrika ist er im Vorderen Orient ein Hauptnahrungsmittel. Couscous und Bulgur sind sich nur insoweit ähnlich, als das beides aus Hartweizen hergestellt wird.

Durch die schonende Vorbehandlung enthält Bulgur noch den wertvollen Weizenkeim und ist dadurch reich an B-Vitaminen, Eisen und Mineralstoffen. Bei etwa doppelter Ballaststoffmenge hat Bulgur weniger Kalorien und Fett als Reis. Er kann auch wie gekochter Reis zu Gerichten mit Fleisch oder Fisch gereicht werden. Ein bekanntes Gericht aus der libanesischen Küche ist z.B. Taboulé, ein Salat aus Bulgur.

100 g Bulgur (ungekocht) enthalten etwa:
  • Brennwert: 360 kcal (1500 kJ)
  • Ballaststoffe: 8 g
  • Proteine: 12,5 g
  • Kohlenhydrate: 69 g, davon 0,8 g Zucker
  • Fett: 1,75 g, davon 0,2 g gesättigte Fettsäuren
Rezept für Bulgur-Salat
200 g Bulgur, mittel oder grob
Wasser
Salz
4 Tomaten
1 Bund Frühlingszwiebeln
3 Peperoni, grün (mild)
1/2 Bund glatte Petersilie
2 Stiele Minze
2 Beutel Salatfix Gartenkräuter
4 EL Wasser
6 EL Olivenöl
Pfeffer
Cayennepfeffer
Zubereitung:
500 ml leicht gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Bulgur zufügen und kurz aufkochen lassen. Herd abschalten. Den Bulgur auf der Herdplatte im abgedeckten Topf 30-40 Minuten quellen lassen. In ein feines Sieb geben und abtropfen lassen.

Tomaten waschen, den Blütenansatz entfernen und die Tomaten in Würfel schneiden (nach Belieben vorher häuten und entkernen). Frühlingszwiebeln waschen und das Weiße und Hellgrüne in feine Ringe schneiden. Peperoni entkernen und in feine Streifen schneiden. Minze und Petersilie waschen, Blättchen von den Stielen zupfen und hacken. Tomaten, Peperoni und Frühlingszwiebeln mit dem Bulgur in eine Schüssel geben und mischen.

Salat-Fix mit Wasser, einer Prise Zucker, schwarzem Pfeffer und Cayennepfeffer verrühren, Olivenöl zugeben. (Wer kein Salatfix verwenden möchte, kann den Salat natürlich auch mit einer klassischen Vinaigrette aus Essig und Öl anmachen). Die Marinade über die Salatzutaten gießen und alles gut mischen. Mindestens eine Stunde durchziehen lassen. Vor dem Servieren noch einmal abschmecken.

Was ist Grünkern?

Grünkern, ganzes Korn

Für Grünkern wird der Dinkel, ein uralter Verwandter des Weizens,  geerntet, bevor die Körner voll ausgereift sind und Stärke gebildet haben. Das heißt, man erntet das Getreide im Stadium der sog. Milch- oder Teigreife, wenn die Körner noch saftig und weich sind. Um sie hart, mahlfähig und haltbar zu machen, werden die Körner auf durchlöcherten Eisenblechen, unter denen ein mildes Holzfeuer brennt, gedörrt und geröstet. Während dieser Trocknung entwickeln sich Röststoffe, die dem Grünkern ein einmalig würziges, etwas rauchiges und nussiges Aroma verleihen. Heutzutage werden aber 90 % des Getreides in modernen Muldendarranlagen getrocknet. In Deutschland wird Grünkern nur noch in einigen Gebieten in Franken und Nordbaden angebaut.

Grünkern von hoher Qualität hat dunkeloliv-farbene Körner. Man bekommt ihn als ganzes Korn, geschrotet, als Grütze, als Mehl und außerdem noch als Grieß. Grünkern ist sehr vielseitig, ganze Körner schmecken z.B. wie Risotto gekocht, sie passen in Salate (wie Reis) und sind Einlage für Suppen und Eintöpfe. Schrot, Grieß oder Grütze nimmt man für Klöße, für Aufläufe und Frikadellen. Der meiste Grünkern wird übrigens von der Fertigsuppen-Industrie gebraucht.

100 g Grünkern enthalten durchschnittlich:
  • 324 kcal (1.353 kJ)
  • 11,6 g Eiweiß
  • 2,7 g Fett
  • 63,2 g Kohlenhydrate
  • 8,8 g Ballaststoffe und zahlreiche Mineralstoffe wie z.B. 
  • 411 mg Phosphor
  • 130 mg Magnesium
  • 447 mg Kalium 
  • 4,2 mg Eisen

Grünkernsalat

Rezept für Grünkernsalat (für 4 Portionen)

250 g Grünkern (ganzes Korn)
30 g Butter oder Öl
1 kleine Zwiebel
1/2 l Gemüse- oder Fleischbrühe
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2 Paprikaschoten
1 Tomate
1/3 Salatgurke
1 kleine Zwiebel, fein geschnitten (oder 2 Lauchzwiebeln)
2-3 EL Petersilie
Salz, schwarzer Pfeffer
1 TL Zucker
Cayennepfeffer
3 EL Apfelessig
3 EL Öl (ich nehme Olivenöl)

Anleitung
Grundrezept für gedünsteten Grünkern:
Grünkern und die fein geschnittene Zwiebel in Fett leicht an anrösten, bis die Zwiebel glasig ist. Mit kochender Brühe aufgießen, einmal aufkochen und bei schwacher Hitze zugedeckt ca. 45 Minuten gar ziehen lassen. (Garprobe machen: Der Grünkern sollte weich sein, aber noch Biss haben.) Die Kochzeit kann man verkürzen, wenn man die ganzen Körner über Nacht in Wasser einweicht. Gedünsteter Grünkern kann als Beilage wie Reis verwendet werden.

Zubereitung Grünkernsalat:
Tomate und Paprika entkernen, Gurke schälen und entkernen. Gemüse in feine Würfel schneiden, Petersilie fein hacken. Aus Salz, Gewürzen, Zucker, Essig, 2 EL Öl und Kräutern eine Marinade machen. Den gedünsteten Grünkern über einem Sieb abtropfen lassen und mit dem vorbereiteten Gemüse mischen. Die Salatsoße darüber verteilen und gut unterheben. Den Salat mind. eine Stunde durchziehen lassen. Kurz vor dem Servieren ev. noch 1 EL Öl untermischen. Gekühlt servieren.
Variation: Man kann auch noch gewürfelten Feta unter den Salat mischen.

Was ist Buchweizen?

Buchweizen, ganzes Korn
Buchweizen gehört botanisch gesehen nicht zum Getreide, wie beispielsweise der Weizen. Die Buchweizenpflanze (Fagopyrum esculentum) gehört zu den Knöterichgewächsen, wie auch Sauerampfer und Melde. Die einjährigen, krautigen Pflanzen werden 30-80 cm hoch und haben herzförmige Blätter. Die weißlichen oder rosafarbenen Blütenknäuel sind eine ergiebige Bienenweide. Schon nach drei Monaten Wachstumszeit reifen die kleinen dreikantigen und harten Samen. Vor der Weiterverwendung muss zuerst die dicke Samenschale entfernt werden.

Der Ursprung des Buchweizens liegt in Zentral- und Ostasien. Er gelangte während des späten Mittelalters auch nach Mitteleuropa. Buchweizen ist nicht besonders anspruchsvoll. Durch die dicke Samenschale, die rund 30 % seines Gewichts ausmacht, ist er aber nicht sehr ertragreich. Weil er vor allem auf nährstoffarmen Böden gut gedeiht, wurde er in solchen Gebieten deshalb bald zum Grundnahrungsmittel. Im 18. Jahrhundert wurde er durch ertragreichere Feldfrüchte, besonders durch die Kartoffel, verdrängt.

Buchweizen hat einen kernigen, kräftigen und leicht nussigen Geschmack. Man kann ihn als ganzes, geschältes Korn (für Risotto) und als Grütze (für Aufläufe und Füllungen), als Flocken (für Müsli) oder als Mehl kaufen. Buchweizenmehl eignet sich, evtl. mit Weizenmehl gemischt, für Pfannkuchen (Blinis), Waffeln, Nudeln und Klöße. Zum Brotbacken ist Buchweizenmehl allein nicht geeignet, weil es kein Klebereiweiß (Gluten) enthält. Man kann jedoch bis zu 10 % Buchweizenmehl an einen Brotteig geben.

Buchweizen ist gut bekömmlich und leicht verdaulich. Er hat einen hohen Gehalt an wertvollem Eiweiß. So enthält er dreimal soviel Lysin (ein essentieller Eiweißbaustein) wie Weizen und viele lebenswichtige Vitamine, vor allem Vitamin E, Vitamin B12, Zucker, Phosphor, Kalium, Magnesium, Spuren von Vitamin C und Vitamin A. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind
  • Lecithin und rund 70 % essentielle (lebensnotwendige) Fettsäuren im Keim
  • reichlich unverdauliche Ballaststoffe
  • Kieselsäure - wichtig für die Bildung von Haaren und Nägeln
  • Rutin, ein Stoff, der den Stoffwechsel anregt und die Durchblutung fördert
  • Nährwert pro 100 g: 9,8 g Eiweiß, 1,7 g Fett, 72,4 g Kohlehydrate, 342 kcal (1455 kJ)
Nicht enthalten ist Gluten (Klebereiweiß), wer also auf Gluten im Weizen allergisch reagiert, kann Buchweizen ohne Bedenken verzehren.

Rezept für Buchweizen-Risotto:
Zutaten (für 4 Personen)
500 g Buchweizen, ganz
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe (nach Belieben)
etwas Öl
1 Liter Gemüsebrühe (Instant)
100 g Erbsen (TK oder frisch)
100 g Karotten
Petersilie
Salz
Zubereitung
Buchweizen mit der sehr fein geschnittenen Zwiebel in etwas Öl goldgelb werden lassen, Knoblauch (nach Belieben) zufügen. Mit 1 Liter Gemüsebrühe aufgießen, zum Kochen bringen. Kleingewürfelte Karotte zugeben und bei schwacher Hitze zugedeckt 20 Minuten kochen lassen. Die Erbsen zufügen und ca.10 Minuten fertiggaren. Das Risotto mit Salz und etwas Pfeffer abschmecken, mit Petersilie garnieren und z.B. mit Tomatensoße servieren. Das Buchweizenrisotto kann man nach Belieben auch mit anderen Gemüsesorten variieren, z.B. anstatt der Erbsen mit klein gewürfeltem Knollen- oder Stangensellerie oder mit Zucchini, Paprika und abgezogenen Tomaten.

Fünf-Gewürze-Pulver selbst machen

Fünf-Gewürz-Pulver
Chinesisches Fünf-Gewürze-Pulver kann man auch selbst zubereiten. Dazu benötigt man:
Alle Gewürze (außer Zimt) kurz in einer trockenen Pfanne anrösten damit sie ihr Aroma besser entfalten. Fein mahlen (Moulinette), zuletzt den Zimt darunter mischen. Sparsam anwenden. In luftdichter Dose oder im Schraubglas ist das Gewürz 3 bis 4 Monate haltbar.

Das Pulver ist ingwerbraun bis bernsteingelb, Sternanis beherrscht Aroma und Geschmack. Die Mischung wird in ganz Südchina und Vietnam gebraucht z.B. für gebratenes Fleisch, für Geflügel, Suppen und in Marinaden.

Ich würze mit einer Prise Fünf-Gewürz-Pulver auch Gemüse, z.B. gedünstete Karotten. Das passt ganz wunderbar und gibt dem Gemüse einen sehr feinen Geschmack.

Was sind Kutteln?

Kutteln vom Rind,  geschnitten (Pansen und Netzmagen)
 Als Kutteln oder Kaldaunen bezeichnet man den Pansen (Vormagen) vom Rind. Er ist der größte der vier Mägen eines Rindes, die anderen drei sind der Netzmagen, der Blättermagen und der Labmagen. Kutteln werden meistens aus dem Pansen oder dem Netzmagen hergestellt. Man kann sie vorgekocht und oft auch bereits in Streifen geschnitten beim Metzger kaufen.

In Frankreich, Italien und in der Schweiz, aber auch in einigen Teilen Deutschlands, werden Gerichte mit Kutteln sehr geschätzt. Ein bekanntes schwäbisches Gericht sind z.B. "Saure Kutteln". Kutteln sind kalorienarm und sehr leicht verdaulich. 100 g Kutteln enthalten durchschnittlich:
  • 98 kcal (410 kJ)
  • 3,6 g Fett
  • 0 g Kohlenhydrate
  • 16,1 g Protein
  • 0 g Ballaststoffe
Mein Rezept: Saure Kutteln
Zutaten für 4 Personen:
1 kg Kutteln, vom Metzger vorgekocht und geschnitten
1 Zwiebel, mittelgroß
40 g Butterschmalz
1-2 EL Mehl
2-3 EL Tomatenmark
1/2 l Fleischbrühe
1 Lorbeerblatt
Salz
Pfeffer
Muskat
1/8 l trockener Weißwein
1-2 EL Weinessig
Petersilie

Zubereitung:
Die Kutteln in einer Schüssel mit kaltem Wasser eine halbe Stunde wässern, dann über einem Sieb gut abtropfen lassen. Falls sie vom Metzger sehr grob geschnitten wurden, in schmalere Streifen schneiden. Die fein geschnittene Zwiebel in Butterschmalz glasig dünsten, das Mehl unterrühren und anschwitzen. Nun die Kuttelstreifen dazugeben und unter Rühren ca. 15 Minuten leicht anbraten. Nach etwa 10 Minuten das Tomatenmark zugeben, kurz mit anrösten, leicht salzen und pfeffern, Lorbeerblatt zugeben und mit Wein und Fleischbrühe ablöschen. Die Kutteln etwa 30 - 40 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen, falls nötig gelegentlich etwas Brühe nachgießen. Abschließend noch mit Salz, Pfeffer, Muskat, Wein und Essig abschmecken. Vor dem Servieren fein gehackte Petersilie darüber streuen.
Als Beilage passen Brat- oder Salzkartoffeln dazu.

Was sind Saure Bohnen?

Saure Bohnen
Saure Bohnen, auch Salzbohnen, Schnippelbohnen oder rheinische Schneidebohnen genannt, sind grüne Gartenbohnen (Stangenbohnen), die ähnlich wie Sauerkraut und Salzgurken durch Milchsäuregärung konserviert wurden.

Die Milchsäuregärung ist eine der ältesten Konservierungsmethoden der Welt. Sie macht viele Lebensmittel bekömmlicher und haltbar.

Mein Rezept: Saure Bohnen nach rheinischer Art mit Kassler

Wildgewürz selber machen

Machen Sie sich ihre Gewürzmischung für Wildgerichte einfach selbst. Die nachfolgenden Zutaten ergeben etwa 200 g Gewürz.
Zubereitung:
Die Gewürzkörner, Kümmel, Selleriesamen, die aus ihrer Kapsel gelösten Kardamomsamen und entkernte Chilis in einer trockenen Pfanne leicht anrösten, bis sie zu duften beginnen. Dann mit den Lorbeerblättern, den abgestreiften Thymianblättchen und dem Zucker im elektrischen Zerhacker pulverisieren. Diese Würzmischung in einem Schraubglas möglichst dunkel aufbewahren.

Was ist der Unterschied zwischen Zwetschgen und Pflaumen?

blaue Pflaumen

Pflaumen sind rund-oval und haben der Länge nach eine Furche (Naht). Es gibt blaue, rote und gelbe Sorten. Sie lösen sich oft schlecht vom Stein, weil dieser mit dem Fruchtfleisch verwachsen ist. Pflaumen sind früher erntereif als Zwetschgen. Die Hauptsaison liegt zwischen Mitte Juni bis August. Außerhalb der Saison sind auch Pflaumen aus Südafrika und Südamerika auf dem Markt.


Bühler Frühzwetschgen
Zwetschgen sind länglich-oval, dunkelblau bis violett und glatt, sie haben keine Naht. Die Schale ist leicht bereift und der Belag lässt sich leicht abreiben. Ihr Fruchtfleisch ist gelbgrün bis goldgelb und es löst sich leicht vom Stein. Es gibt frühe, mittelfrühe (z.B. Bühler Frühzwetschge) und spätreifende Sorten (z.B. Deutsche Hauszwetschge). Die Erntezeit von Zwetschgen liegt zwischen Juli und September. Für Pflaumen- bzw. Zwetschgenmus sollte man bevorzugt spätreifende Sorten verwenden, diese sind süßer und haben einen geringeren Wassergehalt.

Zwetschgen, Sorte "Deutsche Hauszwetschge"

Zwetschgen am Baum
Die Fotos zeigen die Zwetschgen von unserem Baum, Sorte "Hauszwetschge". Diese alte und wertvolle Sorte (Deutschland, 17. Jahrhundert) ist spätreifend und wird ab Mitte September geerntet. Sie ist für alle Zwecke bestens geeignet: Als Kuchenbelag, für Kompott oder zum Einkochen, für Marmelade, zum Dörren, zum Schnapsbrennen und natürlich auch zum Rohverzehr.

Meine Rezepte:
Pflaumenmus aus dem Backofen

Pflaumenkuchen vom Blech mit Streusel

Grüne Walnüsse - der richtige Erntezeitpunkt ist wichtig

Grüne Walnüsse
Die grünen, unreifen Walnüsse werden im Juni gesammelt. Man stellt damit verschiedene Spezialitäten her, z.B. Noix confites noires, das sind süß eingemachte grüne Walnüsse oder auch Walnusslikör. Da sich die Nüsse bei der Zubereitung schwarz verfärben, nennt man sie auch "Schwarze Nüsse". Die grünen Walnüsse müssen aber bis spätestens 24. Juni (Johannistag) geerntet werden, in hohen Lagen oder bei kühlem Frühjahr eventuell auch ein bis zwei Wochen später. Auf jeden Fall darf sich die innere harte Schale noch nicht ausgebildet haben.

Noix confites noires (Schwarze Nüsse)

Was sind Graupen?

Perlgraupen, Korngröße ca. 3 mm

Graupen sind ein Getreideerzeugnis aus Gerste. Die Körner werden ganz oder geschnitten in Graupenmühlen enthülst, entspelzt, geschält und danach poliert. Graupen aus ganzen Körnern werden als Rollgerste oder Kochgerste bezeichnet, diese Graupen nennt man in manchen Regionen auch 'Kälberzähne'.

Graupen aus geschnittenen Körnern sind die kleinsten und feinsten und werden als Perlgraupen oder Perlgerste bezeichnet. Graupen finden Verwendung z.B. als Einlage für Suppen und Eintopfgerichte, gekochte Graupen kann man als Beilage wie Reis verwenden.

Gerste gehört zu den frühen Kulturpflanzen des Menschen und wurde bereits ab dem fünften Jahrtausend v. Chr. angebaut. Im alten Griechenland wurde sie sogar als wichtigstes Getreide angesehen. In vielen Entwicklungsländern mit extremem Klima dient sie noch als Brotgetreide für Fladenbrot. 

Rindfleischsuppe mit Graupen

Warenkunde: Erdnüsse

Erdnüsse
Erdnüsse sind die einzigen Nüsse die nicht auf Bäumen oder Büschen wachsen, sondern unter der Erde. Botanisch gesehen sind Erdnüsse auch keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte - ebenso wie Bohnen, Erbsen und Linsen.

Die meisten Erdnüsse kommen aus Amerika. In erster Linie als Knabberei geröstet und gesalzen beliebt, werden sie zum Backen weniger verwendet. Sie schmecken im rohen Zustand leicht bitter. Deshalb sind auch die Erdnüsse in der Schale immer getrocknet bzw. geröstet. Ein großer Teil der Ernte fließt in die Speiseöl-Produktion und auch in die in Amerika besonders beliebte Erdnussbutter. Von allen Nüssen enthalten Erdnüsse am meisten Magnesium.

100 g Erdnusskerne haben 561 kcal und 48 g Fett

Mein Rezept: Erdnuss-Cookies

Erdnuss-Cookies

Was sind Kumquats?

Kumquats (Citrus fortunella margarita)

Kumquats, man nennt sie auch Zwergorangen, sind eng mit den Zitrusfrüchten verwandt. Die Beerenfrüchte sind länglich-oval und etwa pflaumengroß. Die dünne Schale ist goldgelb bis orangegelb. Man isst sie ungeschält mit der Schale und den kleinen, weichen Kernen. Da die importierten Früchte generell nicht chemisch behandelt sind, kann man das auch unbesorgt tun. Der Geschmack ist herb-süß, würzig und leicht säuerlich, mit einer zart bitteren Note.

Kumquats werden ganzjährig importiert, die Hauptsaison ist jedoch in den Herbst- und Wintermonaten. Man lagert sie kühl, aber nicht im Kühlschrank. So bleiben sie bis zu 4 Wochen frisch.

Kumquats ins Sirup

Schokokuchen aus der Mikrowelle- ein Blitzrezept

Zutaten
4 EL Mehl
4 EL Zucker
2 EL Kakao
3 EL Milch
3 EL Öl
1 Ei
Butter und Semmelbrösel zum Einfetten der Tasse
Anleitung
Die trockenen Zutaten mischen, dann Öl, Milch und das Ei unterrühren. Eine Tasse mit Butter einfetten und mit Semmelbrösel ausstreuen. Teig bis zur halben Tassenhöhe einfüllen. In der Mikrowelle offen bei ca. 600 W ca. 3-4 Minuten backen. Auf einen Teller stürzen und mit Vanilleeis, Sahne oder Vanillesoße servieren.

Warenkunde: Pinienkerne

Pinienkerne, geschält
Die länglichen, glänzenden Pinienkerne sind die Samen des Pinienbaums, einer Kiefernart, die im Mittelmeerraum wächst. Daher gibt es auch sehr viele italienische Rezepte mit Pinienkernen - das wohl bekannteste ist das klassische Pesto Genovese  (Rezept weiter unten). Die Kerne werden geschält im Handel angeboten. Pinienkerne werden durch den hohen Fettgehalt leider schnell ranzig - auch weil sie keine schützende Haut haben wie z.B. Mandeln oder Walnüsse. Wenn man sie kurz in der Pfanne (ohne Fett) anröstet, werden sie haltbarer. 100 g Pinienkerne haben 575 Kcal und 51 g Fett.

Pinienzapfen mit Samen
Im Herbst bekommt man manchmal auch ganze Pinienzapfen im Supermarkt angeboten. Diese stellt man an einen warmen, sonnigen Ort, z.B. aufs Fensterbrett. Unter lautem Knacken brechen dann nach einiger Zeit die Zapfen auf und geben die Pinienkerne frei. Sie lassen sich leider schlecht knacken, denn die Schalen sind ziemlich hart. Wenn man sie möglichst im Ganzen aus der Schale bekommen möchte, friert man sie für kurze Zeit ein und knackt sie dann.

ungeschälte Piniensamen

Rezept für Pesto Genovese
150 g Pinienkerne
2-3 Zehen Knoblauch
1-2 Bund Basilikum
100 g Parmesan (oder Pecorino), frisch gerieben
100 ml gutes Olivenöl
Salz, Pfeffer (schwarz oder weiß)

In einer trockenen Pfanne die Pinienkerne bei mittlerer Hitze leicht Farbe nehmen lassen. Vorsicht, die Kerne brennen leicht an, deshalb die Pfanne immer wieder schwenken. Abkühlen lassen. Basilikum waschen, gut trocken schütteln und die Blättchen von den Stielen zupfen. Alles mit etwas Olivenöl mit dem Pürierstab oder Mixer fein pürieren. Den Parmesan und nach und nach das restliche Olivenöl unter Rühren zugeben, bis sich alles zu einer cremigen Paste verbunden hat. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Traditionell wird das Pesto im Mörser zubereitet, da die Zutaten zerstoßen und nicht zerhackt werden sollten. In der heutigen modernen Küche tut es aber auch ein Pürierstab oder Mixer.

Würzige Knochenbrühe

Zutaten:
einige Suppenknochen
1-2 Markknochen
1 Bund Suppengrün

Das Mark aus den Markknochen drücken und grob hacken. In einem Suppentopf auslassen und die Knochen in diesem Fett kräftig anbraten, bis sie eine appetitliche Bräunung bekommen. Dann mit 2 Liter kaltem Wasser aufgießen und langsam zum Kochen bringen, den entstehenden Schaum immer wieder entfernen. Offen eine gute Stunde bei milder Hitze kochen, dann leicht salzen und das grob zerkleinerte Suppengrün zugeben. Weitere 1-2 Stunden leise köcheln lassen. Durch ein Haarsieb oder ein Mulltuch abgießen, dann die Brühe entfetten. Dazu das Fett mit einem Löffel abschöpfen, einfacher ist es, wenn man die Brühe erkalten lässt, dann kann man die erstarrte Fettschicht einfach abheben.

Diese Brühe ist sehr vielseitig als Grundlage für Suppen, Schmorbraten und Soßen zu verwenden. Ich nehme sie auch für gekochtes Rindfleisch,  z.B. für Tafelspitz. Das Fleisch wird dann viel schmackhafter, als nur in Wasser gekocht.

Türkischer Mocca

Man kocht gleiche Teile ganz fein gemahlenen Kaffee und Zucker in einem kleinen Stieltopf auf und läßt das Gemisch 5 Minuten ziehen. Pro Portion: 1 TL Kaffee, 1 TL Zucker + 1 kleine Tasse Wasser.

In kleinen Mocca-Tassen sofort servieren. Nach Belieben mit einer Prise gemahlenem Koriander oder Kardamom  würzen. Eine belebende Köstlichkeit!

Mehlbutter auf Vorrat

Weiße Soße blitzschnell gemacht
Eine Tasse weiche Butter mit einer Tasse Mehl verkneten. Diese Mischung in einen Eiswürfelbehälter streichen und im Kühlfach erhärten lassen. Die einzelnen herausgelösten Würfel verpackt man in eine Plastiktüte und lagert sie bis zum Verbrauch im Gefrierfach. Nun hat man immer eine handliche Menge Soßengrundlage zur Verfügung.

Für eine durchschnittlich cremige Soße gibt man z.B. einen Würfel davon zusammen mit einer Tasse Milch in einen kleinen Topf und lässt beides unter ständigem Rühren langsam aufkochen. Das Würzen und Abschmecken nicht vergessen! Zum Binden von Gemüsegerichten, Cremesuppen usw. fügt man die benötigte Menge den Gerichten zu und lässt alles unter Rühren aufkochen